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Weiß ist die wichtigste Farbe der Raumgestaltung – aber welches Weiß ist das richtige?
Ein Ferienhaus am Meer mit dem Weiß Bianco gris chaud. Es ist aus Kreide und Silikatweiß, die dominanten Materialien der Umgebung. ©Nina Struve, Architektur Droste Architekten, Berlin.
Das steinige Weiß Ivoire passt hervorragend zum Baustil und der Raumfunktion. Photo © Nermin Skenderovic.
Das “N” im NCS-Code 0500-N steht zwar für neutral, das ist aber nicht möglich. Eine weiße Farbe – eine Substanz – kann nie neutral sein, denn jedes Weiß hat eine eigene ästhetische, emotionale und ökologische Wirkung. Ein Weiß kann steril oder lebendig, flach oder leuchtend, hart oder weich, künstlich oder natürlich, warm oder kalt wirken – aber niemals neutral. Kein Material ist neutral, jedes hat Haptik und Gewicht, Farbstich und Struktur, das Weiß im Raum inklusiv. Jede reflektierende Oberfläche verändert das Licht und die Atmosphäre, und damit unsere Wahrnehmung und Stimmung.
Als Farbe, die meist die größten Flächen im Raum einnimmt, spielt Weiß sogar eine zentrale Rolle:
Es prägt die Helligkeitsadaption und Lichtverhältnisse.
Es verändert die Farbtemperatur.
Es bestimmt die Atmosphäre und emotionale Wirkung.
Die Gesamthelligkeit eines Raums entscheidet, wie viel Licht unsere Augen aufnehmen. In monochrom weißen oder sehr hellen Räumen ziehen sich die Pupillen zusammen mit dem Resultat, das die Dinge und Menschen im Raum vor sehr hellen Hintergründen trüber und ergrauter wirken als vor einem gemässigt hellen, natürlichen Weiß im Hintergrund. Diese Helligkeitsadaption ist hilfreich, wenn man aus einem Tunnel fährt oder einen Strandspaziergang macht, in einem Arbeitsumfeld oder Altersheim führt eine grossflächig helle Umgebung jedoch zu einer visuellen Reizüberflutung. In einheitlich hellen Räumen verliert man die Sicht auf feine Details und Farbnuancen. Ein zu helles Weiß blendet und ermüdet die Augen.
Heller ist somit nicht automatisch besser – auf die Kontrastverhältnisse kommt es an. Man sieht helle Gegenstände vor weniger hellen Hintergründen am besten. Auch in schattenlosen Räumen mit intensivem Licht empfiehlt sich ein gedeckteres, augenschonendes Weiß.
Was ist Blickfang in diesem Bild? Meis van der Rohe, Barcelona Pavillon, unter Lizenz von Shutterstock.
RAL 9016 ist der hellste Standardton und wird oft an Decken eingesetzt. Die Annahme ist, dass eine helle Decke wie der Himmel wirkt und den Raum nach oben öffnet. Prüfen Sie das im Bild des berühmten Barcelona Pavillons von Mies van der Rohe.
Das Hellste im visuellen Umfeld wird immer zuerst beachtet. Wenn die Decke das Hellste ist, wirkt sie nicht höher, sondern wie ein Deckel auf dem Raum! Das menschliche Auge registriert das Hellste zuerst und die Decke rückt in den Fokus.
Wer möchte, dass eine Decke optisch zurücktritt, wählt sie gleich hell oder etwas dunkler als die Wände. Verschattete, dunkler wirkende Flächen reflektieren weniger Licht und wirken dadurch weniger auffallend. Die Räume wirken optisch tiefer und größer, die dunklere Decke weniger sichtbar und höher.
Das gedeckte Weiß Sand bringt die Finesse der Zeichnungen zur Geltung. Die Blicke gehen sofort zu den Bildern weil die Wand weniger hell als die Kunstwerke ist. Kunsthalle Tübingen, Foto © Ulrich Metz, für Werke von Joseph Beuys © Estate Joseph Beuys, VG Bild-Kunst, Bonn 2025.
Das Ziel ist die Gestaltung eines hellen Raums mit ausgewogenen Licht- und Farbkontrasten, die das Schöne in den Vordergrund der Aufmerksamkeit rücken und das weniger Schöne in den Hintergrund treten lassen. Ein in diesem Sinne gutes Weiß erfüllt drei Kriterien:
Natürlichkeit:
Die Farben und Materialien der Natur wirken sanfter und reagieren differenzierter auf die Lichtverhältnisse im Raum. Bestellen Sie beim Maler oder online ein kt.COLOR Weiß aus natürlichen Pigmenten und lassen Sie sich den Lieferschein vorlegen. Lassen Sie sich nicht sagen, dass mineralische oder organische Pigmente ebenso hochwertig sind. Sie sind nicht natürlich und in ihrer Wirkung weniger subtil und weniger augenschonend.
Bezug zum Bestand:
Zu warmen Böden passt ein kühleres Weiß, zu kühlen Böden ein wärmeres. Zu Stein- oder Keramikböden wählt man ein Weiß, das deren helle Sprenkel aufgreift. Harte Baustoffe finden in einem weichen Weiß ihren Ausgleich. Ein warmgraues Weiß aus Kreide und Umbra lässt Ruhe in einen überfüllten Raum einkehren.
Lichtausgleich:
Kühle, klare weiße Farben harmonieren mit warmweißem Kunstlicht, gedecktere Farben mit tageslichtweißen Leuchten in sehr hellen Räumen. Fragen Sie sich, was dem Raum fehlt – Wärme oder Klarheit, Licht oder Schatten, fehlt eine Farbe im Regenbogen und alle anderen sind vertreten? Finden Sie ein Weiß mit genau dieser Stärke.
Rügener Kreide (6500 x vergrössert). Die winzigen Meeresalgen bilden runde Gehäuse, die dem Pigment eine einzigartige Reflexionsfähigkeit geben. Jedes Pigment ist anders im Licht. Foto © aquaticallatin.infowp-contentuploads201706E.-huxleyi.jpeg.
RAL 9010, RAL 9016, NCS S 0500-N und alle Farben aus Mischmaschinen weltweit werden mit dem künstlichen Weißpigment Titandioxid produziert. Das Bindemittel macht weniger als 25% der Farbe aus und spielt eine ästhetisch untergeordnete Rolle – entscheidend ist das Pigment.
Das Pigment Titandioxid (TiO₂) hat die Welt nach 1950 erobert. Es sorgt bei minimaler Schichtstärke für eine maximale Weißkraft, aber auch gerade darum für Blendung, flache Lichtstreuung und eine diffuse Wirkung im Raum. Industrielle, weiße Farben unterdrücken Konturen und die räumliche Tiefe. Alles im Raum wirkt stumpfer und der Raum selbst atmosphärisch künstlich bis klinisch.
Titandioxid (5000 x vergrössert). Die Teilchen sind formlos und mehlig. Sie haben keine Kristallkanten, sodass sie Licht nur noch diffus zu streuen vermögen. Trotz großer Helligkeit unterdrückt dieses Pigment die Leuchtkraft der Wand und die Tiefenwirkung der Architektur. Titandioxid ist ein optischer Flachmacher. Foto © Omya AG, Oftrigen.
Bei kt.COLOR entsteht Weiß aus reinen Naturpigmenten, wie glitzernde Tonerden, edle Marmorkalkpigmente, weiche Rügener- und Champagnerkreiden. Diese Naturpigmente gestalten Wandflächen, die das Licht aufnehmen und die Schatten vertiefen.
Marmorpigment. Winzige Kalzit Kristalle erzeugen klare, hinterleuchtet-wirkende Wandflächen, die alle Konturen klar abzeichnen und die Flächen wertvoll wirken lassen. Die Kristallkanten spiegeln das Licht und erzeugen klare Formen und Schatten – genau das, was Titandioxid nicht kann. Foto © marmor www.caveslime.org_fmd_calcite_fnh2sal5.gif.
Der neue kt.COLOR Weiß-Fächer mit 31 weißen und sehr hellen Farben mit handgemachten Mustern der echten kt.COLOR Pigmentfarben. Zum Einführungspreis von CHF 135 bis Weihnachten erhältlich (Webpreis CHF 152). Foto © kt.COLOR.
Der neue kt.COLOR-Weißfächer bietet 31 funkelnde weiße bis zarthelle Farben, von luftig-hell bis warm-umhüllend. Jede Farbe ist handgemacht, unverwechselbar und authentisch. Der Weißfächer ist die ideale Entscheidungshilfe für Architektur, Innenarchitektur und Design.
Weil Weiß die wichtigste Farbe ist!
Katrin Trautwein
November 2025